ATTC zu Besuch bei den Wiener Linien – Besuch des Kompetenzzentrum für e-Mobilität

Was hat Zähneputzen, Duschen und Schlafen mit E-Bussen zu tun?

Wie schafft man Resilienz, Sicherheit und Nachhaltigkeit in einem Busbetrieb?

 

Diesen Fragen konnten die ATTC-Mitglieder im März 26 bei der Besichtigung des Kompetenzzentrums für E-Mobilität der Wiener Linien in Siebenhirten auf den Grund gehen – und eines vorweg: Es war ausgesprochen faszinierend.

Ein großes Dankeschön gilt Gudrun Senk, technische Geschäftsführerin der Wiener Linien, die sich persönlich Zeit für die Führung genommen hat, sowie dem gesamten Team vor Ort. Die Begeisterung, das Verantwortungsgefühl und der Stolz auf den eigenen Standort waren in jedem Bereich spürbar.

Zentrale Erkenntnisse aus der Besichtigung

  • Das E-Kompetenzzentrum ist das Herzstück der Elektrifizierungsstrategie und ein wesentliches Element der Klimaschutzstrategie der Wiener Linien
  • Ein hochmoderner Standort mit klarem Nachhaltigkeitsfokus: begrünte Fassade, Photovoltaik für Gebäude und Busse, Nutzung der Abwärme der Ladegeräte sowie Regenwasserretention und über 80 % Wasserrückgewinnung in der Waschanlage
  • Die Wiener Linien setzen bewusst auf eigene Wartung und Instandhaltung – ein klarer Fokus auf Resilienz und schnelle Reaktionsfähigkeit – denn: Sicherheit ist nicht verhandelbar
  • Moderne Fahrzeuge mit umfassenden Fahrerassistenz- und IT-Systemen: 360°-Kameras zur Reduktion von toten Winkeln sowie Technologien wie Abstandsmessung und C-ITS für einen sicheren und vorausschauenden Betrieb
  • Der Betrieb folgt einem klaren Prinzip: Das Fahrzeug bleibt im Umlauf, das Personal wechselt – mit entsprechend hohen Anforderungen an Verfügbarkeit und Reichweite

Ein Blick hinter die Betriebslogik

„Zähneputzen, Duschen, Schlafen“ ist dabei weit mehr als ein anschauliches Bild:

 

  • Wartung in der Werkstatthalle („Zähneputzen“)
  • Reinigung in der Waschanlage („Duschen“)
  • Nächtliches Laden im Depot („Schlafen“)

 

Diese Routinen sind essenziell für einen stabilen und zuverlässigen Betrieb.

Weitere spannende Einblicke:

  • Eine Batterie im E-Bus wiegt rund eine Tonne – pro Fahrzeug sind gleich vier Batterien verbaut
  • Die Ladezeit im Depot beträgt rund drei Stunden (je nach Ladestation)
  • Auf längeren Linien kommen strategisch platzierte Zwischenladestationen zum Einsatz – besonders relevant bei niedrigen Temperaturen
  • Die Reichweite variiert stark je nach Einsatzprofil und Temperatur und liegt etwa zwischen 120 und 450 km pro Tag

Fazit

Elektromobilität im urbanen Busbetrieb ist kein isoliertes Technologiethema, sondern ein durchdachtes Zusammenspiel aus Betrieb, Infrastruktur und Organisation.

Der Besuch hat eindrucksvoll gezeigt, wie konsequent die Wiener Linien diesen Weg gehen – mit einem klaren Fokus auf Nachhaltigkeit, Resilienz und Sicherheit.